Drei Dateien, drei Aufgaben
Rund um die Sichtbarkeit in KI-Assistenten tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf. Sie haben sehr unterschiedliches Gewicht. Die Tabelle ordnet sie ein:
| Baustein | Was er macht | Status | Nutzen heute |
|---|---|---|---|
| robots.txt | sagt Crawlern, welche Bereiche sie abrufen dürfen | offizieller Standard (RFC 9309) | hoch, ohne Zugang kein Inhalt |
| Strukturierte Daten | beschreiben Firma, Adresse und Angebot maschinenlesbar | von Google dokumentiert, Vokabular von Schema.org | mittel bis hoch |
| llms.txt | gibt KI-Systemen eine Übersicht als Markdown | Vorschlag, kein Standard | gering, Wirkung nicht belegt |
Ein Crawler ist ein Programm, das Websites automatisch abruft. Die Reihenfolge in der Tabelle ist zugleich die Reihenfolge, in der du dich kümmern solltest.
Was ist eine llms.txt?
Die llms.txt hat Jeremy Howard im September 2024 vorgeschlagen. Die Idee: Eine Markdown-Datei unter der Adresse /llms.txt gibt Sprachmodellen eine kompakte Übersicht über eine Website. Markdown ist ein einfaches Textformat, in dem zum Beispiel ein Rautezeichen eine Überschrift markiert.
Laut Vorschlag ist nur eine H1 mit dem Namen der Website Pflicht. Danach folgen in der Regel eine kurze Zusammenfassung als Zitatblock und Abschnitte mit Linklisten. Für einen kleinen Betrieb kann das so aussehen:
# Malerbetrieb Muster (Beispiel)
> Malerbetrieb für Innenräume und Fassaden. Termine nach Absprache.
## Leistungen
- [Fassade streichen](https://www.example.de/leistungen/fassade/): Ablauf und Preisrahmen
- [Innenräume](https://www.example.de/leistungen/innen/): Tapezieren, Streichen, Lackieren
## Kontakt
- [Kontakt](https://www.example.de/kontakt/): Adresse, Telefon, Öffnungszeiten
Der Vorschlag empfiehlt außerdem, wichtige Seiten zusätzlich als reine Markdown-Fassung bereitzustellen. Die Projektseite bezeichnet das Ganze ausdrücklich als Vorschlag, der für Rückmeldungen offen ist.
Wer liest die llms.txt? Eine ehrliche Einordnung
Hier wird es nüchtern. Google schreibt in seiner Dokumentation zu den KI-Übersichten, dass du keine neuen maschinenlesbaren Dateien, keine KI-Textdateien und kein spezielles Markup brauchst. John Mueller von Google schrieb im Juni 2025, dass damals kein KI-System die llms.txt nutzte. OpenAI beschreibt in seiner Übersicht zu den eigenen Crawlern nur die Steuerung über die robots.txt.
Heißt das, die llms.txt ist sinnlos? Nicht ganz. Sie kostet wenig Zeit, schadet nicht und zwingt dich, dein Angebot in wenigen Zeilen zusammenzufassen. Diese Zusammenfassung kannst du auch für deine Startseite und deine Profile nutzen. Eine messbare Wirkung ist bisher nicht belegt.
Strukturierte Daten: was sie leisten
Strukturierte Daten sind laut Google ein standardisiertes Format, um Informationen über eine Seite bereitzustellen und ihren Inhalt einzuordnen. Das Vokabular dafür kommt von Schema.org. Google empfiehlt das Format JSON-LD, weil es sich am einfachsten umsetzen und pflegen lässt. Es steht als kleiner Block im Quelltext und ist für Besucher unsichtbar.
Für einen Betrieb vor Ort passt der Typ LocalBusiness. Schema.org beschreibt ihn als konkreten, physischen Betrieb oder als Filiale einer Organisation. Google verlangt dafür nur zwei Angaben: den Namen und die Adresse. Empfohlen sind unter anderem Telefonnummer, Öffnungszeiten, Geokoordinaten und die URL. Ein vereinfachtes Beispiel:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "LocalBusiness",
"name": "Malerbetrieb Muster",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Musterstraße 1",
"postalCode": "12345",
"addressLocality": "Musterstadt",
"addressCountry": "DE"
},
"telephone": "+49 1234 567890",
"url": "https://www.example.de/"
}
Zwei Regeln von Google solltest du kennen. Erstens: Auszeichnen darfst du nur, was auch sichtbar auf der Seite steht. Irreführende Angaben sind tabu. Zweitens: Google garantiert nicht, dass strukturierte Daten in den Suchergebnissen erscheinen, selbst wenn sie korrekt sind. Für die KI-Übersichten nennt Google ausdrücklich kein spezielles Markup als Voraussetzung.
Strukturierte Daten sind also kein Hebel für schnelle Erfolge. Sie sind ein sauberes Fundament: Maschinen müssen deine Firmendaten nicht aus dem Fließtext erraten.
FAQ-Markup: was sich 2026 geändert hat
Lange galt FAQ-Markup als einfacher Weg zu mehr Fläche in der Google-Suche. Das ist vorbei. Laut dem Änderungsprotokoll von Google erscheinen FAQ-Rich-Results seit dem 7. Mai 2026 nicht mehr in der Google-Suche. Das waren aufklappbare Fragen und Antworten direkt unter einem Suchergebnis. Im Juni 2026 hat Google die zugehörige Dokumentation entfernt. Schon 2025 hatte Google mehrere andere Typen von strukturierten Daten auslaufen lassen.
Für dich bedeutet das: Zusätzliches FAQ-Markup bringt in der Google-Suche keine eigene Darstellung mehr. Sichtbare Fragen und Antworten auf deiner Seite bleiben trotzdem sinnvoll. Sie beantworten die Fragen deiner Kunden direkt. Suchmaschinen und KI-Assistenten lesen diese Texte wie jeden anderen Inhalt.
robots.txt: die Tür für Crawler
Die robots.txt ist der einzige der drei Bausteine mit offiziellem Standard. Seit September 2022 ist sie als RFC 9309 beschrieben. Wichtig: Die Regeln darin sind laut Standard kein Zugriffsschutz. Sie sind eine Bitte an Crawler, technisch erzwingen lässt sich ihre Einhaltung nicht.
Für die KI-Suche kommt es auf die richtigen Namen an. Für die Suche in ChatGPT ist laut OpenAI der Crawler OAI-SearchBot zuständig. Wer ihn sperrt, erscheint nicht in den Suchantworten von ChatGPT. GPTBot sammelt dagegen Inhalte für das Training von KI-Modellen. Die Angabe Google-Extended steuert die Nutzung für Gemini-Modelle und hat laut Google keinen Einfluss auf die Google-Suche. Ein Beispiel, das Suchcrawler zulässt und das Training durch OpenAI ausschließt:
User-agent: *
Allow: /
User-agent: GPTBot
Disallow: /
Sitemap: https://www.example.de/sitemap.xml
Ob du Trainings-Crawler aussperrst, ist eine Grundsatzentscheidung. Für die Sichtbarkeit in den Suchfunktionen zählen vor allem die Such-Crawler. Prüfe auch, ob dein Hoster oder eine Firewall Crawler ungewollt blockiert.
Was du konkret tun solltest
Wenn du nur wenig Zeit hast, arbeite diese Liste von oben nach unten ab:
- robots.txt prüfen. Googlebot, Bingbot und OAI-SearchBot dürfen deine Seiten abrufen.
- Inhalte als Text. Leistungen, Preise, Einsatzgebiet und Öffnungszeiten stehen als Text auf der Seite, nicht nur in Bildern.
- LocalBusiness auszeichnen. Name und Adresse sind Pflicht, Telefonnummer, Öffnungszeiten und URL empfohlen. Alles muss mit den sichtbaren Angaben übereinstimmen.
- Mit dem Test für Rich-Suchergebnisse von Google prüfen. So siehst du, ob deine strukturierten Daten fehlerfrei sind.
- llms.txt anlegen. Eine kurze Übersicht reicht. Sie kostet wenig, erwarte aber keine Wirkung.
Wie du darüber hinaus in KI-Antworten vorkommst, beschreibt der Ratgeber Wie kommt mein Betrieb in ChatGPT-Antworten?.
So macht es ZEHO Webvision
Websites von ZEHO Webvision bekommen strukturierte Daten, eine llms.txt sowie eine robots.txt, die Such- und KI-Crawler zulässt. Die Details stehen unter Sichtbarkeit in ChatGPT. Ob deine bestehende Seite diese Grundlagen erfüllt, zeigt dir der Website-Check.