Zwei Ansätze: gemieteter Shop oder eigener Shop
Shopify und WooCommerce lösen dieselbe Aufgabe auf zwei sehr verschiedene Arten.
Shopify ist ein Shopsystem im Abo. Du meldest dich an, wählst ein Design und legst Produkte an. Laut Shopify ist das Hosting im Abo enthalten. Das Sicherheitszertifikat für die verschlüsselte Verbindung stellt Shopify für alle verbundenen Domains kostenlos und automatisch bereit. Du kümmerst dich um Sortiment und Verkauf, nicht um Server.
WooCommerce ist eine kostenlose Open-Source-Erweiterung für WordPress. Open Source heißt: Der Quellcode ist frei verfügbar, jeder darf ihn nutzen. Du installierst WooCommerce auf deiner eigenen WordPress-Website bei einem Hoster deiner Wahl. Dafür hast du mehr Freiheit und kümmerst dich selbst um Updates, Backups und Sicherheit. WooCommerce rät in seiner Anleitung, die Software aktuell zu halten und vor Updates eine vollständige Sicherung anzulegen.
Kurz gesagt: Bei Shopify mietest du einen fertigen Laden in einem Einkaufszentrum. Bei WooCommerce baust du deinen eigenen Laden und kümmerst dich auch um das Gebäude.
Was Shopify kostet
Shopify nennt auf seiner deutschen Preisseite diese Tarife. Stand ist der 5. Oktober 2026. Die Seite sagt nicht ausdrücklich, ob Umsatzsteuer enthalten ist. Kläre das vor dem Abschluss.
| Tarif | Monatlich gezahlt | Jährlich gezahlt, pro Monat | Kartengebühr online mit Shopify Payments | Zusatzgebühr bei fremdem Zahlungsanbieter |
|---|---|---|---|---|
| Basic | 36 € | 27 € | 2,1 % + 0,30 € | 2 % |
| Grow | 105 € | 79 € | 1,8 % + 0,30 € | 1 % |
| Advanced | 384 € | 289 € | 1,6 % + 0,30 € | 0,6 % |
Dazu ein paar Punkte, die man leicht übersieht:
- Shopify Payments ist Shopifys eigene Zahlungsabwicklung und in Deutschland verfügbar. Nutzt du stattdessen einen anderen Zahlungsanbieter, berechnet Shopify zusätzlich die Gebühr aus der letzten Spalte. Die Gebühren dieses Anbieters kommen noch obendrauf.
- Einrichtungsgebühren fallen laut Shopify in keinem Abo an.
- Testphase: Shopify wirbt mit 3 Tagen kostenlos und danach 1 € im Monat für 3 Monate.
- Apps und Designs aus Shopifys App Store und Theme Store können zusätzlich kosten. Rechne sie in dein Budget ein.
Ein Rechenbeispiel mit diesen Werten: Du verkaufst im Monat 40 Bestellungen zu je 50 € und nutzt Basic mit Shopify Payments. Dann zahlst du 36 € Abo und 40 mal (1,05 € + 0,30 €) Kartengebühr, zusammen 90 € im Monat. Prüfe die Werte vor deiner Entscheidung auf der Preisseite, denn Preise und Tarife können sich ändern.
Was WooCommerce kostet
WooCommerce selbst kostet nichts und behält laut eigener Preisseite keinen Anteil an deinem Umsatz ein. Die Kosten entstehen an anderer Stelle:
| Posten | Was WooCommerce nennt (Stand 05.10.2026) |
|---|---|
| Software | kostenlos |
| Hosting | 25 bis 350 US-Dollar im Monat für die meisten Shops, je nach Besucherzahl und Anforderungen |
| Erweiterungen | 29 bis 299 US-Dollar im Jahr je Erweiterung |
| Zahlungen mit WooPayments | etwa 2,5 bis 2,9 % plus 30 US-Cent je Transaktion |
Die Angaben stammen von der englischsprachigen Preisseite und sind in US-Dollar. WooPayments, die Zahlungslösung von WooCommerce, ist auch in Deutschland verfügbar. Welche Gebühren für deutsche Händler gelten, prüfst du vor dem Abschluss direkt bei WooCommerce. Du musst WooPayments aber nicht nutzen und kannst andere Zahlungsanbieter anbinden.
Dazu kommen Domain, ein WordPress-Theme und die Zeit oder das Geld für die Pflege. Ein Theme ist die Designvorlage deiner Website. Plane die Pflege von Anfang an ein, denn sie kostet regelmäßig Zeit oder Geld.
Technik und Pflege: Wer kümmert sich worum?
| Aufgabe | Shopify | WooCommerce |
|---|---|---|
| Server und Hosting | im Abo enthalten | du wählst und bezahlst einen Hoster |
| Sicherheitszertifikat (SSL) | automatisch und kostenlos | über deinen Hoster |
| Updates des Systems | übernimmt Shopify | WordPress spielt kleinere Updates und Sicherheitsupdates bei den meisten Websites automatisch ein, größere Updates von WordPress, WooCommerce, Theme und Erweiterungen startest du selbst |
| Backups | Plattform betreibt Shopify, frag nach, was gesichert wird | deine Aufgabe, über den Hoster oder ein Werkzeug |
| Anpassungen am Code | im Rahmen von Shopify möglich | volle Freiheit |
WooCommerce empfiehlt ausdrücklich, vor Updates eine vollständige Sicherung zu machen und die Software aktuell zu halten, weil das vor Angriffen schützt. Auch WordPress rät, vor jedem Update ein Backup anzulegen. Plane dafür feste Zeit ein oder einen Wartungsvertrag.
Welches System zu welchem Händler passt
Shopify passt eher, wenn du:
- schnell starten willst und kein WordPress hast,
- keine Lust auf Server, Updates und Backups hast,
- ein überschaubares Sortiment mit üblichen Funktionen verkaufst,
- planbare Monatskosten bevorzugst.
WooCommerce passt eher, wenn du:
- schon eine WordPress-Website hast und den Shop dort ergänzen willst,
- besondere Anforderungen hast, für die du Code anpassen musst,
- volle Kontrolle über Daten und Hosting willst,
- jemanden hast, der Updates und Backups zuverlässig erledigt.
Beide Systeme können einen kleinen Shop gut tragen. Der Unterschied liegt weniger in den Funktionen als darin, wer sich um die Technik kümmert.
Rechtliches gilt für beide gleich
Kein Shopsystem nimmt dir die rechtlichen Pflichten ab. Zwei Beispiele:
- Impressum. Nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) musst du unter anderem Namen, Anschrift, eine E-Mail-Adresse und, falls vorhanden, Registereintrag und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar angeben.
- Barrierefreiheit. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Es erfasst unter anderem den elektronischen Geschäftsverkehr mit Verbrauchern, also auch Onlineshops. Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme sind ausgenommen, soweit sie Dienstleistungen anbieten. Wer Produkte in Verkehr bringt, die unter das BFSG fallen, ist laut Bundesfachstelle Barrierefreiheit auch als Kleinstunternehmen erfasst.
Ob ein Theme oder eine App barrierefrei ist, musst du in beiden Systemen selbst prüfen oder prüfen lassen. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
So triffst du die Entscheidung
- Schreib dein Sortiment auf: Zahl der Produkte, Varianten wie Größen oder Farben, digitale oder physische Ware.
- Liste Pflichtfunktionen: Zahlungsarten, Versand, Anbindung an Warenwirtschaft oder Buchhaltung.
- Rechne drei Jahre: Abo oder Hosting, Erweiterungen, Zahlungsgebühren bei deinem erwarteten Umsatz und Pflege.
- Kläre die Pflege: Wer macht Updates und Backups, wenn du WooCommerce wählst?
- Teste beide Systeme: Shopify bietet eine Testphase, WooCommerce kannst du auf einer Testumgebung ausprobieren.
Unterstützung von ZEHO Webvision
ZEHO Webvision richtet Onlineshops mit Shopify oder WooCommerce ein und klärt vorab mit dir, welches System passt. Mehr dazu liest du unter Onlineshop.